Dauer der Reise
Budapest – Balatonfüred:
2 Stunden
Gute Einstiegsmöglichkeiten
Ljubljana / Rijeka
(mit dem Retro Istria Express)
Hilfreiche Links
Ich erreiche am Morgen mit dem Nachtzug aus Rumänien die Hauptstadt Ungarns: Budapest. Viel Zeit bleibt mir allerdings nicht, für die kommenden Tage ist erstmal ein Abstecher an den Plattensee (Balaton) vorgesehen. Mit der M4 düse ich vom Bahnhof Budapest-Keleti zum Bahnhof Budapest-Kelenföld. Die Fahrt dauert knapp 15 Minuten und kostet als Einzelticket 450 HUF (ca. 1,15€; Stand Juli 2025). Wer länger in Budapest bleibt kann auch ein 10er Ticket für 4000 HUF (ca. 10€) erwerben.
Von Kelenföld fährt ein Regionalzug in ca. 1.5 Stunden an den Balaton. Für mich geht es nach Balatonarács, einem Ortsteil von Balatonfüred, den wir erst nach 2 Stunden erreichen. Die letzten 30 Minuten kann ich so schon den See aus dem Zugfenster bestaunen. Balatonfüred ist als Kurort bekannt und ist ein bekanntes Tourist*innendomizil am Balaton. Der Plattensee selbst ist der größte Süßwassersee Mitteleuropas und wird von Einheimischen als „Ungarisches Meer“ bezeichnet.


Meine Unterkunft liegt ganz in der Nähe des Bahnhofs Balatonarács, dafür aber ca. 15 Minuten zu Fuß vom See entfernt. Um den See ist es ziemlich eng bebaut, massig große Hotelanlagen im Plattenbau-Chic präsentieren sich. Viele Senioren aber auch Familien mit kleinen Kindern sind unterwegs. Einzelreisende sehe ich kaum – oder sie sind nicht als solche erkennbar. Am Hafen sitzen ältere Männer und angeln. Obwohl viele Tourist*innen unterwegs sind wirkt es etwas eingeschlafen. Ich fühle mich nicht wirklich wohl.
Leider ist es bei meiner Ankunft ziemlich kühl, nur ca. 20°C, sodass ich auf ein Bad verzichten muss. Die Chance bietet sich aber am nächsten Tag! Den nutze ich, um Tihany, den angeblich schönsten Ort am See, zu besuchen. Ich leihe mir ein City-Bike inklusive Helm und Schloss für umgerechnet ca. 20€ und radele entlang des Sees. Die Fahrradroute ist gut ausgeschildert. Auf dem Weg gibt es eine betonierte Badestelle, für die man keinen Eintritt zahlen muss – das nutze ich gleich aus. Das Wasser ist vergleichsweise warm und der See ist überhaupt nicht tief, sodass man entspannt auf dem sandigen Boden (wie im Meer!) stehen kann.

Tihany ist etwas höher gelegen und die Auffahrt zum Ort ohne E-Bike ganz schön anstrengend. Oben angekommen bin ich überrascht, wie voll es ist. Tihany ist recht klein und durchaus sehenswert, allerdings habe ich den Eindruck, dass an jedem Haus Souvenirs oder Getränke verkauft werden. Da der Ort bekannt für die umliegenden Lavendelfelder ist, gibt es Lavendel in allen Varianten. Im Ort gibt es auch eine Lavendelmanufaktur, auf deren Besuch ich aber verzichte. Ganz in der Nähe gibt es allerdings eine große Wiese mit einem kleinen See. Laut Komoot soll hier eine Zieselkolonie leben, die tatsächlich kaum zu übersehen ist. Welch Freude, den Tieren beim herumtollen zuzuschauen!
Nach einer Mittagspause am See entscheide ich mich dafür, entlang einer Mountainbike-Route auf die andere Seite der in den See ragenden Halbinsel zu fahren, auf der Tihany liegt. Obwohl es mit meinem City-Bike recht beschwerlich ist, gefällt mir die Strecker richtig gut! Ich fahre (oder schiebe) durch urige Wälder, Weinberge und hin und wieder kann ich einen Blick auf den See werfen. Schließlich erreiche ich eines der Lavendelfelder, bevor es zurück auf die bekannte Radroute entlang des Sees und zurück nach Balatonfüred geht.
Nach 1.5 entspannten Tagen am Balaton trete ich am nächsten Tag die Rückreise nach Budapest an.




